Die historische Anhalter Bahn

 

Bereich des: Bahnhof Ludwigsfelde (Lf)

 
Entfernung: von Birkengrund Süd (Bgs) 2010 m, von Anhalter Bf. (Ahb) 24,51 km
Lage:  historische Karte 1938     Gleisplan

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Der Bahnhof heute

 
Als am 1.7.1841 die Anhalter Bahn in Betrieb ging, fuhren die Züge noch an Ludwigsfelde vorbei. Doch schon am 16.10.1841 eröffnete man hier einen Haltepunkt für betriebliche Zwecke. Dazu gehörte ein größeres Fachwerkgebäude das mit Dienstwohnungen ausgestattet war, eine Güterladestelle und zur Wasseraufnahme eine Wasserstation. Personen die hier aussteigen wollten, mussten mit einem "GmP - gemischter Personen/Güterverkehr" vorlieb nehmen.

Schon im Frühjahr 1842 wurde Ludwigsfelde nach Norden mit einem zweiten Gleis angebunden und 1845 mit einem zweiten Gleis nach Süden. Der Verkehr auf der Anhalter Bahn stieg nun langsam an. Ab dem Frühjahr 1847 hielten in Ludwigsfelde dann doch die Personenzüge. Im Jahr 1886 hatte man das noch heute existierende Empfangsgebäude errichtet. Es ist inzwischen das zweitälteste Gebäude der Stadt Ludwigsfelde.

Als am 1.12.1938 zwei km nördlich der Haltepunkt Birkengrund für den Werksverkehr des damaligen Rüstungsbetrieb Daimler Benz in Betrieb ging, wurden die besonderen Züge tagsüber hier in Ludwigsfelde in einer neu angelegten Gleisgruppe abgestellt. Ende der 30er Jahre wurde eine hölzerne Fußgängerbrücke als Verbindung zwischen den beiden Bahnsteigen errichtet, da durch die Zunahme des Verkehrs die Gleisüberquerung zu gefährlich wurde. Die separaten Vorortgleise von Lichterfelde Süd nach Ludwigsfelde gingen am 9.8.1943 in Betrieb. Die neuen Gleise endeten in einem neu geschaffenen Kopfbahnhof auf der Westseite, der direkt an dem Seitenbahnsteig mit dem Empfangsgebäude anschloss. Die Bahnsteige aus Betonfertigteilen wurden vorsorglich, für eine spätere S-Bahnanbindung, schon in einer Höhe von 950 mm ausgeführt. Obwohl nur Dampfzüge auf der Vorortstrecke eingesetzt wurden, wurde nun auch der S-Bahntarif bis Ludwigsfelde ausgedehnt.

Trotz der Einschränkungen des 1945 beendeten Krieges, mit dem Rückbau des zweiten Gleises an der Fern- und Vorortstrecke, nahm man ab dem 24.12.1945 den Verkehr 7 mal täglich zwischen Lichterfelde Süd und Ludwigsfelde mit besonderen Dampfvorortzügen  wieder auf. Mit der Verlängerung der S-Bahn nach Teltow am 25.8.1951 verkehrten  die Züge nur noch zwischen Teltow und Ludwigsfelde. Das wurde auch nach dem Mauerbau beibehalten. In den 70er Jahren baute man den für die S-Bahn geplanten Bahnsteig zurück. Die Betonteile wurden zur Materialgewinnung genutzt.

Im Sommer 1980 ersetzte man die Holzbrücke durch eine moderneres und stabileres Bauwerk. Gleichzeitig verlängerte man die Brücke zur Ostseite der Trasse, um für das hier gelegene Siedlungsgebiet, ohne Umweg über den damals etwas südlicher gelegenen Bahnübergang, einen direkten Bahnhofszugang zu schaffen. Hauptgrund der Brückenerneuerung, die Elektrifizierung (Link zu G. Böhmer) der  Strecke. Die elektrifizierte Strecke aus Süden wurde am 27.9.1981 in Betrieb genommen. Der nördliche Bereich bis zum SAR folgte am 23.5.1982. Noch bis 1984 erfolgten in Ludwigsfelde Lokwechsel von Diesellok auf E-Lok und ungekehrt.

Am 24.5.1998 wurde der Vorortverkehr, jetzt Regionalverkehr RB32, zwischen Teltow und Ludwigsfelde eingestellt. Als Ersatz fährt seitdem die Linie 621 im SEV zwischen Ludwigsfelde und dem späteren Regionalbahnhof im Süden Berlins, Lichterfelde Ost.

 
Das Empfangsgebäude
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: Westl. Seitenbahnsteig -
Südende

Blickrichtung: NNO

Das alte Empfangsgebäude aus dem Jahr 1886 mit dem Seitenbahnsteig
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: WNW

Das zweitälteste Gebäude der Stadt hat man vorbildlich restauriert.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004  
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: WNW

Auch die Beschriftung hebt sich wieder von der Ziegelwand hervor
(klick aufs Bild)
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: Bahnhofvorplatz

Blickrichtung: S

Da das Bauwerk als Empfangsgebäude nicht mehr benötigt wurde, vermietete man es an die Stadt zur Verwendung als Museum. Der Eingang befindet sich am Zugangsbereich des Bahnhofs.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: Straße "Am Bahnhof"

Blickrichtung: O

An der unterschiedlichen Ziegelfarbe erkennt man, das auf der Südseite das Gebäude verlängert wurde (vermutlich vor längerer Zeit). Eine alte Postkarte von 1905, auf den Seiten von A. Mauruszat, zeigt den ursprünglichen Zustand.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004  
Standort: Straße "Am Bahnhof"

Blickrichtung: ONO

Neben dem als Museum genutzten Gebäude wurde ein alter Dienstwagen (klick aufs Bild) der DR als Schauobjekt abgestellt.

An dieser Stelle befand sich noch in den 90er Jahren ein an dem Hauptgebäude angesetztes eingeschossiges Abfertigungsgebäude.

   
Die Nebengebäude
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: Straße "Am Bahnhof"

Blickrichtung: ONO

Nördlich und südlich des des Empfangsgebäudes steht noch je ein ehem. Dienstwohnhaus.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: NW

Neben dem südlichen Wohnhaus befindet sich noch ein kleineres Gebäude. Es könnte evt. das Schrankenwärterhäuschen des ehem., links daneben gelegenen Bahnübergang an der Potsdamer Str. gewesen sein.
   
Die ehemalige Fußgängerbrücke
   
Foto und Copyright by: Gerd Böhmer Aufnahmedatum: Sommer 1980  
Dank an G. Böhmer
Standort: Westl. Seitenbahnsteig -
Mitte

Blickrichtung: NO

Die schon Ende der 30er Jahre entstandene Fußgängerbrücke verband den Bahnsteig am Empfangsgebäude mit den zwischen den Gleisen liegenden Mittelbahnsteig.

Zu diesem Zeitpunkt macht die Brücke schon nicht mehr den allerbesten Eindruck.

   
   
Foto und Copyright by: Gerd Böhmer Aufnahmedatum: Sommer 1980
Dank an G. Böhmer
Standort: Westl. Seitenbahnsteig -
Mitte

Blickrichtung: OSO

Nicht nur der Zustand, sondern auch die im Jahr 1981 geplante Elektrifizierung (Link zu G. Böhmer) der Strecke machte eine Auswechselung der Brücke gegen ein neueres Modell notwendig. Im Hintergrund ist schon ein vormontiertes  Brückenteil zu erkennen.
   
   
Foto und Copyright by: Gerd Böhmer Aufnahmedatum: Sommer 1980  
Dank an G. Böhmer
Standort: Östl. Bahnsteig -
Mitte

Blickrichtung: SW

Mit der neuen Brücke hat man gleichzeitig, durch eine Verlängerung, auch die östliche Seite der Trasse an direkt an den Bahnhof angebunden. Beim ICE-gerechten Ausbau der Strecke, im Jahr 2000/01 verschwand auch diese Brücke und wurde durch einen Fußgängertunnel ersetzt.
   
Der ehemalige Vorortbahnsteig
   
Foto und Copyright by: Gerd Böhmer Aufnahmedatum: 07.12.1981  
Dank an G. Böhmer
Standort: Östl. Bahnsteig -
Nordende

Blickrichtung: NNO

Auf der Westseite der Trasse befand sich der alte Kopfbahnhof der 1943 eröffneten eigenständigen und zweigleisigen Vorortbahn. Von 1979 bis zum Abschluss der Elektrifizierungsarbeiten wurde er noch  vom Bauzug des EIBB (Elektrifizierungs- und Ingenieurbaubetrieb) genutzt (s. Bild).
   
   
Foto und Copyright by: Gerd Böhmer Aufnahmedatum: 07.12.1981
Dank an G. Böhmer
Standort: Östl. Bahnsteig -
Nordende

Blickrichtung: NNO

Spätestens in den 70er Jahren, als die mal für eine S-Bahn vorgesehenen Bahnsteige zur Materialgewinnung zurückgebaut wurden, verlegte man den Vorortverkehr an die Ostseite des alten Kopfbahnhofes. Diese Bahnsteigkante wurde zwischen 1981 und 1984 auch zum Traktionswechsel genutzt.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: Östl. Bahnsteig -
Mitte

Blickrichtung: SW

Nur der bis 1998 als Seitenbahnsteig genutzte Teil des ehem. Kopfbahnhofes ist heute noch vorhanden. Er beginnt um eine Gleisbreite versetzt, am Nordende des westlichen Seitenbahnsteig.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: Westl. Seitenbahnsteig -
Nordende

Blickrichtung: NO

An dem heute abgesperrten Bahnsteigteil, der noch immer mit Bahnsteigmobiliar ausgestattet ist,  liegt sogar noch ein Gleisrest aus älterer Vorortbahnzeit.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: A.-Tanneur-Str.

Blickrichtung: OSO

Vermutlich ein Prellbock aus dem ehem. Kopfbahnhof, jetzt als Erinnerungsstück ggü. des P&R Platz. Ungefähr dort wo die vorderen Autos parken, erstreckte sich der westlichste alte Vorortbahnsteig nach Norden. Die westliche Bahnsteigkante war am Kopfende in einer leichten Bogenform ausgeführt, wie manch altes Foto zeigt.
 (z.B. 150 Jahre Berlin-Anhaltinische Eisenbahn, Bley, S. 134)
   
Der Güterbereich
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: N

Auf der östlichen Seite befand sich die Güterladestelle. Das hier neben Bahnsteiggleis 4 liegende, nicht mehr benutzte Gleis 8 könnte auch als Rangiergleis der nördlich des Bahnhofs abzweigenden Anschlussgleise genutzt worden sein.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: SW

Diese Gleis endet jetzt ohne Prellbock nördlich des Tunnelzugangs an der ehem. Ladestraße.
   
   
Foto und Copyright by: Gerd Böhmer Aufnahmedatum: 07.12.1981
Dank an G. Böhmer
Standort: Östl. Bahnsteig -
Mitte

Blickrichtung: S

Im Jahr 1981 war im Güterbereich noch reger Betrieb. Im Hintergrund die in gleichen Jahr aufgestellte neue Fußgängerbrücke.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: N

Ein weiteres Gleisstück liegt noch ggü. des ehem. Empfangsgebäudes.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Ladestraße

Blickrichtung: N

Dieses alte Gleisstück, in Verlängerung des Bahnsteiggleis 4, ist noch mit einem Prellbock versehen und dient als Schutzgleis.
   
   
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 30.05.2004
Standort: ehem. Rangiergleis

Blickrichtung: NNO

Ursprünglich endete das Gleis hier an dieser alten Rampe, direkt nördlich des 2000/01 beseitigten BÜ der alten Potsdamer Str.
   

Entfernungen: nach Thyrow (Thr) 5800 m, nach Jüterbog (Jue) 38,31 km
 
Hier in Ludwigsfelde endet die Beschreibung der historischen Anhalter Bahn

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