Der historische Bahnhof Papestraße

 

Bereich des: alten Vorortbahnsteig (Pav) 1901 bis 1993

 
Entfernung: von Yorckstraße (Yor) 1960 m, von Potsdamer Ringbf (Por) 3,6 km
Lage:  Gleisplan 1901      Gleisplan 1944      Gleisplan PapV 1955

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Der Bahnsteig heute

 

Gleichzeitig mit der Inbetriebnahme des vom Fernverkehr unabhängig geführten Vorortverkehrs auf der Anhalter und Dresdener Bahn, nahm man am 1.12.1901 den Vorortbahnsteig, an dem schon seit dem 1.1.1901 für die Ringbahn geöffneten Bahnhof Papestraße in Betrieb.

Der Vorortbahnsteig wurde als 10 m breiter Mittelbahnsteig angelegt und hatte ein auf 10 Stützenpaaren liegendes Schutzdach des Typs „Wannseebahn". Ausgestattet war er weiterhin mit dem üblichen Dienstraum, einem Warteraum und einem Toilettenhäuschen. Am südlichen Ende überspannte der Tempelhofer Weg mittels einer hölzernen Brücke den Bahnsteig sowie die Gleisanlagen. Einen Zugang von dieser Brücke gab es nicht. Dieser befand sich in Bahnsteigmitte und wurde mittels eines unter den Gleisen gelegenen Zugangstunnel, der die Gleise in Richtung Empfangsgebäude unterquerte, sowie zwei Treppen an den jeweiligen Tunnelenden erreicht.

Ab dem 4.6.1903 hielten am Vorortbahnsteig, der bis dahin nur von Dampfzügen angefahren wurde, die ersten elektrisch betriebenen Züge. Es handelte sich um einen Probebetrieb mit 550V der zwischen dem Potsdamer Ringbahnhof und Lichterfelde Ost durchgeführt wurde.

 

Foto und Copyright by: Heimatarchiv Schöneberg

Das südliche Ende des Vorortbahnsteiges mit der Brücke des Tempelhofer Weg um 1903

 

Um 1905 wurde der über das südliche Ende des Bahnsteigs geführte Tempelhofer Weg, durch eine neu gebaute Unterführung am Sachsendamm ersetzt. Dafür überspannte jetzt ein Überführungsbauwerk das nördliche Ende des Bahnsteiges und die Gleisanlagen. Es trug ein Anschlussgleis, das von der Ringbahn abzweigte und weiter zum Rangierbahnhof Tempelhof geführt wurde. Das Gleis ersetzte das aus der Ringbahn abzweigende und über die äußere westliche Ringbahnkurve sowie einem westlich der Vorortstrecke anschließenden Bahndamm geführte alte „Kaisergleis", welches in die Gleise der damaligen Militärbahn und der Vorortstrecke mündete.

Bevor am 2.7.1929 die mit 800V betriebene S-Bahn den Probebetrieb auf der Lichterfelder Vorortstrecke ablöste, musste der Vorortbahnsteig noch um 30 cm angehoben werden. Dadurch „versanken" die Stützen der Überdachung, sowie die anderen Aufbauten in den Bahnsteig. Bis zu der erst am 15.5.1939 abgeschlossenen Elektrifizierung der Lichtenrader Vorortstrecke, gab es aber weiterhin einen Mischbetrieb mit Dampfzügen.

Zwischen 1937 und 1938 wurde der Vorortbahnsteig auf der östlichen Seite verbreitert und mit einer hölzernen 6 m breiten Fußgängerbrücke die zum Bahnhofsvorplatz und dann weiter zum Ringbahnsteig führte, ausgerüstet. So sparten sich Umsteiger den Weg durchs Empfangsgebäude über mehrere Treppen und Tunnelanlagen. Ein neuer Ausgang zum Sachsendamm wurde am südlichen Ende des Vorortbahnsteiges geschaffen.

Im April 1945 wurde der Vorortbahnsteig, bedingt durch den 2. Weltkrieg stillgelegt. Doch schon am 8.6.1945 wurde der Betrieb mit Dampfzügen wieder aufgenommen. Die elektrischen S-Bahnen fuhren dann wieder ab 16.8.1945. Am 26.4.1963 brannte die hölzerne Verbindungsbrücke zwischen dem Vorortbahnsteig und dem Bahnhofsvorplatz ab. Ein Ersatzbau wurde nicht errichtet. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde auch der südliche Zugang vom Sachsendamm zum Vorortbahnsteig geschlossen. Desweiteren wurde das Wartehäuschen ersetzt, und ein Verkaufskiosk aufgestellt.

 

Foto und Copyright by: Hagen Lencer

Bahnsteig im Juli 1992      (Dank an H. Lencer)

 

Von einer Stilllegung bei der am 9.1.1984 erfolgten Übernahme der S-Bahn durch die BVG, war Verkehr am Vorortbahnsteig, im Gegensatz zur Ringbahn, nicht betroffen. Nur Teile einer damals noch auf der südlichen Seite des Bahnhofs gelegenen Kehranlage wurden abgebaut.

Im Jahr 1993 erforderte die geplante Verbreiterung der Unterführung am Sachsendamm für eine Autobahn eine Verlegung des Vorortbahnsteig. Auf der östlich gelegenen ehemaligen Fernbahntrasse errichtete man einen nun bis unter das Kreuzungsbauwerk reichenden provisorischen Mittelbahnsteig. Am 4.10.1993 fuhren die Züge Richtung Süden das erste mal über die schon errichtete östliche Hälfte, der als „Betondeckel" ausgeführten neuen Überführung, an den provisorischen Vorortbahnsteig. Das zweite Gleis folgte zwei Wochen später, am 18.10.1993. Anschließend wurde das südliche Ende des alten Vorortbahnsteig abgerissen, um das westliche Teilstück des „Betondeckels" zu erstellen.

Ende 2001 beseitigte man auch das nördliche Ende des alten Vorortbahnsteiges, da man Platz für Abriss und Neubau der neben der Ringbahntrasse liegenden alten Gütergleisüberführung brauchte. Gleich nach dem Baubeginn des neuen Bahnhofs Papestraße wurde im Oktober 2003 der bis dahin noch stehen gebliebene Mittelteil des alten Vorortbahnsteig entfernt.

Mehr zum historischen Vorortbahnsteig
Der provisorische Vorortbahnsteig

Der Bahnsteig heute

 
   
Foto und Copyright by: Hagen Lencer Aufnahmedatum: Dez.1993
Dank an H. Lencer
Standort: prov. Vorortbahnsteig

Blickrichtung: Vorortbahnsteig

Das nördliche Ende des alten Vorortbahnsteiges kurz nach der Stilllegung
 
   
Foto und Copyright by: Hagen Lencer Aufnahmedatum: Juli 1992  
Dank an H. Lencer
Standort: Nördl. Bahnsteigende

Blickrichtung: NNO

Das westliche Widerlager des Überführungsbauwerkes für das von der Ringbahn abzweigende Anschlussgleis zum Rangierbf. Tempelhof
   
 
Foto und Copyright by: LBS Berlin Aufnahmedatum: ca. 1984
Standort: Nördl. Bahnsteigende

Blickrichtung: NNO

In den 80er Jahren waren die 1905 aufgelegten Überbauten noch auf den Widerlager und Stützen
   
 
Foto und Copyright by: Hagen Lencer Aufnahmedatum: Juli 1992
Dank an H. Lencer
Standort: Nördl. Bahnsteigende

Blickrichtung: SSW

Direkt westlich der Trasse im Dickicht verborgen, der Bahndamm des alten 1896 verlegten Kaisergleises, das bis 1905 von der Ringbahn zu den Gleisen der Militärbahn und Vorortbahn führte
   
   
Foto und Copyright by: LBS Berlin Aufnahmedatum: ca. 1984  
Standort: Bahnsteigmitte

Blickrichtung: NNO

Überbleibsel aus dem Krieg, ein Splitterbunker direkt vor dem Dienstraum
   
 
Foto und Copyright by: Horst Hoeppner Aufnahmedatum: Juli 1999
Dank an H. Hoeppner
Standort: Bahnsteig Nähe Zugang

Blickrichtung: NO

Der Dienstraum sechs Jahre nach der Stilllegung des Bahnsteiges.

In diesem befand sich bis Ende der 80er Jahre ein durch die BVG! außer Betrieb genommenes mech. Stellwerk für die ehem. Kehranlage.

   
   
Foto und Copyright by: Horst Hoeppner Aufnahmedatum: Juli 1999
Dank an H. Hoeppner
Standort: Bahndamm

Blickrichtung: Vorortbahnsteige

Blick vom Bahndamm des ehem. Kaisergleis auf alten Vorortbahnsteig und provisorischen Vorortbahnsteig
   
 
Foto und Copyright by: LBS Berlin Aufnahmedatum: ca. 1984
Standort: Bahnsteig am Zugang

Blickrichtung: Unterführung

Die Treppe vom Zugangstunnel zum Bahnsteig
   
 
Foto und Copyright by: LBS Bln Aufnahmedatum: Juli 1992  
Dank an H. Lencer
Standort: Bahnsteigmitte

Blickrichtung: NNO

Auf der östlichen Seite des Bahnsteiges konnte man die Verbreiterung des Bahnsteiges aus dem Jahr 1938, an der nicht entfernten alten Bahnsteigkante, gut erkennen
   
 
Foto und Copyright by: LBS Bln Aufnahmedatum: ca. 1984
Standort: Südl. Bahnsteigende

Blickrichtung: NNO

Unter dem Dach des Typs Wannseebahn, die östliche Stütze hier schon „ersetzt", der damals auf vielen S-Bahnsteigen übliche Getränkekiosk

   
Entfernungen: nach Priesterweg (Prs) 1690 m
 

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Der über Jahre erfolgte Abriss des Vorortbahnsteig
 
Foto und Copyright by: Horst Hoeppner Aufnahmedatum: Juli 1999  
Dank an H. Hoeppner
Standort: alte Trasse Vorortbahn

Blickrichtung: NO

Das südliche Endes des Bahnsteiges musste dem Bau des „Betondeckels" in den Jahren 1993/94 weichen

   
 
Foto und Copyright by: Detlef Hoge Aufnahmedatum: 19.01.2002
Standort: prov. Vorortbahnsteig

Blickrichtung: N

Das nördliche Endes hatte noch bis Ende 2001 bestand. Für den Abriss und Neubau des Kreuzungsbauwerk der Gütertrasse wurde Ende 2001 auch das nördliche Ende des Bahnsteiges entfernt. Das Mittelstück wurde als letzter Rest im Okt. 2003 entfernt.

   

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