Sonderbericht - Exkursionen

 
 
Exkursionen in der Unterwelt
 

Am 17.10.2004 gab es kurzfristig eine Gelegenheit an einem Spontanseminar der Berliner Unterwelten teilzunehmen.

Hauptsächliches Thema dieses Seminars waren Teile der Verkehrsplanungen zwischen 1900 und 1940.
Es beleuchtete die Entwicklung des Verkehrsknotens Berlin und die langwierigen Planungen und Varianten zur Nord-Süd-Querung. 

Gegen 11 Uhr trafen wir uns -- wie in der Einladung empfohlen ausgerüstet mit schmutzunempfindlicher und warmer Kleidung, festem Schuhwerk, Warnweste für den S-Bahnbereich sowie Handschuhen für dreckige Steigeisen, Taschenlampe und Fotoapparat -- in der Empfangshalle des S-Bf. Nordbahnhof. Zusammen mit den Seminarleitern Markus J., Dominic P. und. Michael R. waren wir eine Gruppe von ca. 20 Personen.

Auf dem Programm stand :
Besichtigung Nordbahnhof (Räume aus der Zeit der Teilung), Spurensuche des alten Fernbahnhofes, 
Besichtigung Potsdamer Platz: Bauvorleistung S21, Besonderheiten des Bahnhofes
Besichtigung des "Hängebunkers" in der Stresemannstrasse über der Nord-Süd-Bahn (der noch aktiv gehaltene Teil)
Besichtigung des Straßentunnels unter dem Tiergarten (Germania-Planung).

 
Teil 1 - Am Nordbahnhof
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
 
Einziges Überbleibsel des oberirdischen Stettiner Bahnhofs ist das ehemalige, 1898 eröffnete Empfangsgebäude der Vorortbahn. Dieser Anbau lag westlich des alten Fernbahnhofs, der bis 1950 Stettiner Bahnhof hieß. Vom Vorortbahnhof fuhren Vorortzüge Richtung Norden nach Bernau, Oranienburg und Velten. 1924 begann hier das Zeitalter der elektrischen S-Bahn mit den ersten Zügen nach Bernau. Für den 1934 begonnenen Bau des Nordsüd-S-Bahntunnels plante die Deutsche Reichsbahn einen unterirdischen Vorortbahnhof auf der Ostseite des Fernbahnhofs. Damit wurde die Untertunnelung des Fernbahnhof notwendig. Unter Aufrechterhaltung des Fernverkehrs führten die Baufirmen die Arbeiten aus, bei denen man die unterfahrenen Gleise mit Stahlbrücken auf Betonpfählen abstützte.
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge

Auch heutzutage finden hier wieder umfangreiche Bauarbeiten statt. Man beginnt hier mit diversen Neubauten großflächige Erschließungsmaßnahmen des inzwischen "plattgemachten" Bahngeländes.

 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge

In diesem Neubau, Stettiner Carré genannt, hinter dem Stettiner Vorortbahnhof faßt die Deutsche Bahn AG ihre bislang in Berlin verstreuten Außenstellen und Tochtergesellschaften zusammen. Er steht auf dem Gelände des ehemaligen S-Bahnbetriebswerkes (S-Bw) Nordbahnhof (Nob). Als ab Sommer 1936 die Nordsüd-S-Bahn eröffnet wurde, wandelte man den Stettiner Vorortbahnhof zu einem Betriebswerk um.

Am S-Bahnhof selber begannen am 1.11.1934 die Bauarbeiten. Die Anlage mit ihren vier Gleisen an zwei Mittelbahnsteigen erforderte eine ca. 35 m breite Baugrube.

 
Aus: Zentralblatt Bauverwaltung - nachbearbeitet

rot: Bahnsteigebene                schwarz: Oberfläche

 

Zu den Bahnsteigen gelangt man am Südende von der Invalidenstraße durch das S-Bahn-Empfangsgebäude oder von der östlich gelegenen Gartenstraße in die Bahnsteigmitte. Zum Fernbahnhof führte von hier ein weiterer Zugang. An den nördlichen Enden der Bahnsteige gab es noch je einen Gepäckaufzug, die über einen weiteren Tunnel mit dem Fernbahnhof verbunden waren.

 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Eingang Invalidenstraße
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge

Das Verteilergeschoß in Bahnsteigmitte

 
Aus: Zentralblatt Bauverwaltung
grün: Verbindungstunnel zur Gartenstraße u. zum Fernbahnhof
gelb: Gepäcktunnel
blau: Zugang zum Bahnsteig G - später Zugang zum Bahnsteig für Wachposten
 
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Ungefähr von der Mitte dieses Verteilergeschosses führte eine Treppe zu einem beim Bau in den 30er Jahren neu entstandenen Bahnsteig G (6) im Fernbahnhof. Er wurde auch KdF-Bahnsteig (KdF -- Kraft durch Freude, NS-Massenorganisation) genannt, den man auch als Postbahnsteig nutzte.
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Nach dem Mauerbau am 13. August 1961 diente diese Treppe den Grenzorganen bzw. Wachposten als einziger Zugang zum damals für Fahrgäste geschlossenen S-Bahnhof an der im Transit befahrenen Nordsüd-S-Bahn.
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Dieser Zugang macht einen heruntergekommen Eindruck. Er kann nur durch eine Tür vom Verteilergeschoß aus betreten werden.
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge

Die ursprüngliche Breite des ehemaligen Aufgangs erkennt man an den etwas helleren Fliesen im Verteilergeschoß.

 
Weiter ging es mit der S-Bahn, wo unsere Gruppe mit den Warnwesten natürlich etwas Aufmerksamkeit erregte, zum ...
S-Bahnhof Potsdamer Platz (Teil 2)
 

nach oben


Diese Seite ist ein Teil der Homepage www.bsisb.de

Impressum

      
Kostenloser Counter und Statistik von PrimaWebtools.de

letzte Änderung an dieser Homepage:

Mittwoch, 22 Februar 2006 - 20:00