Sonderbericht - Exkursionen

 
 
Seminar Verkehrstechnik Berlin"
Tag 1 (Mo, 23.05.2005) - Teil 1
 
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09.00–10.30 Uhr
Begrüßung und Vorstellung des Programms
 im Medienraum der Berliner Unterwelten im U-Bhf. Gesundbrunnen
Stadtplan
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Der südliche Zugang des U-Bahnhofes führt zu den Vereinsräumen
 

Nach einer Kulanzwartezeit für evt. Nachzügler begrüßten die beiden Hauptreferenten Jürgen Müller und Dominic Poncé kurz nach 9 Uhr, 13 Teilnehmer des Seminars Verkehrstechnik in dem Medienraum der Berliner Unterwelten. Dieser Raum liegt im Bunker B der aus drei Teilen bestehenden ehem. Luftschutzanlagen am U-Bhf. Gesundbrunnen. Das während des Anfahrens der im angrenzenden Bereich liegenden Fahrtreppe zum U-Bahnhof schwankende Licht, passte zu dem Veranstaltungsort.

Nach der Begrüßung stellten sich die Teilnehmer und Referenten vor. Unter den Seminargästen befinden sich nicht nur jetzige Berliner sondern auch auswärtig wohnende ehem. Berliner, und weitere von auswärts angereiste Teilnehmer. Ca. die Hälfte der Teilnehmer haben beruflich mit Bahn/BVG u.ä. zu tun bzw. zu tun gehabt. Die weiteren Gäste haben sich aus Hobby bzw. auch durch andere besuchte Seminare diesem als Bildungsveranstaltung geltenden Seminar angeschlossen.

Nach der Vorstellung der einzelnen Teilnehmer wurde uns das aktuelle Programm vorgestellt. Leider gab es in einigen Punkten Änderungen zu dem auf  der Webseite vorgestellten Programmablauf. Die Schuld ist allerdings nicht beim Verein zu suchen, sondern bei den beteiligten Unternehmen, dessen Objekte besichtigt werden sollten. So kann auf Grund des argen Zeitdrucks beim Bauprojekt die Baustelle am Lehrter Bahnhof nicht besucht werden (Betrifft bln.verkehr: also leider keine Frage zu Toiletten ;-) und S21 Vorleistung), und auf Grund der aufgenommenen Bauarbeiten an der U55, der U-Bhf. Reichstag nicht besichtigt werden. Dafür wurde aber als Ersatz der geplante Umsteigebahnhof Moritzplatz, sowie eine Besichtigung des tlw. gesperrten S-Bf. Anhalter Bahnhof ins Programm genommen. Der für den morgigen Tag angekündigte Streik der BVG könnte uns auch noch den Termin auf dem U-Bhf. Jungfernheide platzen lassen. Durch die Änderungen musste auch die zeitliche Reihenfolge der einzelnen Themen tlw. geändert werden.

Trotz der Änderungen warteten am ersten Tag und in den folgenden weiteren Tagen sehr interessante Themen auf uns Teilnehmer.

 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
An der Wand ein Hinweisschild um die Räumlichkeiten im Bahnhof zu finden

 
10.45–12.15 Uhr
Berliner Geisterbahnhöfe -
Historischer Rückblick in die Zeit zwischen 1961 und 1989
 
Buchverlag: Christoph Links         
Das Buch, in dem die Fotos von Michael Richter zu finden sind
 

Nach der kurzweiligen Einleitung und einem Kaffee wartete auf uns der erste Programmpunkt. Der Fotograf und spätere Mitherausgeber des Buches " Berliner Geisterbahnhöfe" erzählte uns in mit Bildern unterlegt , wie er im Januar 1990 die erste Gelegenheit erhielt, auf dem zu dieser Zeit noch gesperrten S-Bf. Potsdamer Platz zu fotografieren, und durch die dadurch entstandenen Kontakte weitere Bilder der tlw. noch im Zustand von 1961 befindlichen Bahnhöfe im ehem. Ostteil Berlins von S- und U-Bahn zu machen. Mit kleinen Anekdoten und Zitaten aus dem oben genannten Buch lockerte er den Vortrag auf. Interessant war, das diese ersten Bilder über zwei Jahre in seiner "Schublade" lagen, ehe einer seiner Bekannten die Idee hatte, daraus "mehr" zu machen. Das Ergebnis war dann das 1993 zusammen mit dem leider schon verstorbenen Autor Heinz Knobloch herausgegebene Buch.

Die unvergesslich bleibenden Bilder aus der direkten Zeit nach dem Mauerfall die man tlw. auch noch einmal mit vom gleichem Standpunkt, aber zu bedeutend späterer Zeit aufgenommenen Bildern vergleichen konnte, werden mir bei der nächsten Fahrt durch den Nordsüdtunnel bestimmt wieder ins Gedächtnis kommen.

Hier noch ein paar Anmerkungen zu dem Buch, das im Christoph Links Verlag erschien:
Fast jeder Berlin-Besucher kennt es, das beklemmende Gefühl beim Durchfahren der verfallenen und nur matt erleuchteten Bahnhöfe unter Ost-Berlin, auf denen die West-Bahnen niemals halten durften. Hin und wieder tauchten aus dem Halbdunkel geisterhaft wirkende Schemen auf, Grenzsoldaten der DDR. Sonst rieselte der Putz, schien die Zeit stehengeblieben. Von 1961 bis 1989 war dies eine verbotene Zone, heute ist fast alles renoviert. Der Alltag pulsiert.
Thomas Wenzel und Michael Richter nutzten unmittelbar nach Maueröffnung die Gelegenheit, in die Unterwelt hinabzusteigen und die in der Geschichte einzigartige Situation in Interviews und Fotos festzuhalten. Heinz Knobloch verband dies mit seinen Erkundungen und Erinnerungen, die dem vielfältigen Wandel im städtischen Umfeld nachspüren.

Berliner Geisterbahnhöfe bei Amazon - ISBN: 3861530724

 

 
13.45–15.15 Uhr
Verkehrstechnik in der NS-Zeit -
Besichtigung der Bauvorleistungen am Potsdamer Platz
Stadtplan
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Die historische Verkehrsampel am Potsdamer Platz als erster Anlaufpunkt
 

Nach einer im Gesundbrunnen-Center in kleinen Gruppen abgehaltenen Mittagspause, fuhren wir alle zusammen, standesgemäß mit der S-Bahn zum S-Bf. Potsdamer Platz. Inzwischen mit Warnwesten ausgestattet, trafen wir an der nachgebauten historischen Verkehrsampel auf dem Potsdamer Platz, den für diesen und den nächsten Part zuständigen Referenten Markus Jurziczek von der S-Bahn Berlin GmbH.

Hier erfuhren wir etwas über die damaligen Vorleistungen für weitere S-Bahnplanungen im Bereich des Potsdamer Platzes. Nun ging es in die Unterwelt der S-Bahn. Zuerst erkundeten wir das Gleis 3 und das Gleis 2 in südliche Richtung. Nach einem Rundgang über die Bahnsteige mit weiteren Erklärungen konnten wir die Chance nutzen, mit einem normalerweise ohne Fahrgäste leer kehrenden Zug der S26 in den auf in nördlicher Richtung des Bahnhofes liegenden "Heuboden" zu fahren. Zur besseren Sicht wurde auch noch die Innenbeleuchtung abgeschaltet. Dort in der Kehranlage abgesetzt, hatten wir Gelegenheit ein Blick auf die dort darunter liegenden Streckengleise zu werfen. Mit dem nächsten kehrenden Zug ging es zurück zum Bahnsteig. Danach hatten wir noch die Gelegenheit das am nördlichen Ende liegende Stellwerk zu besichtigen.

Eine ausführliche Beschreibung zur Geschichte und zur Situation im Bereich des S-Bf. Potsdamer Platz erspare ich mir an dieser Stelle, da ich dieses schon bei einem zurückliegendem Besuch, auf einer weiteren "Sonderbericht-Webseite" getan habe. Auch Bilder von den besuchten Gleisen 1 und 2 sind dort zu finden.

 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Diese Ampel ist ein Nachbau des alten Verkehrsturm von 1924
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Weitere Informationen zum Nachbau befinden sich am Sockel
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Erste Erläuterungen zu den Bahnbauten in diesem Bereich
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Sonderzug zum Heuboden
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Am Ende der Kehr/Abstellanlage
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Blick auf die darunter liegenden Streckengleise
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Blick auf die darunter liegenden Streckengleise mit Betrieb in beiden Richtungen
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Stellwerk Potsdamer Platz
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Blick aus dem dortigen Fenster - in der Mitte die Gleise zum Heuboden
 
Fotos und Copyright: Detlef Hoge
Blick zu den Bahnsteigen
 

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